Königsland-ChronikenEreignisse

Das erste Blut vor Oxford

Zeit
Ende 400, zweites Herbstjahr
Ort
Oxford, Stadttor
Beteiligte
königliche Soldaten, Archivwächter, Stadtmiliz, Bürger

Der zweite Befehl

Nach Orens Rückkehr erteilt die Krone ihm einen zweiten Befehl: nach Oxford marschieren, die Stadt der königlichen Aufsicht unterstellen, Alena in „Schutzhaft“ nehmen und die Archive versiegeln. Der Auftrag soll zwei Gefahren gegeneinander wenden – gehorcht Oren, zerstört er sein eigenes Bündnis; verweigert er sich, liefert er den gesuchten Beweis des Hochverrats.

Ein geheimer Zusatz gestattet tödliche Gewalt bei Widerstand. Leomar lässt Oren diesen Zusatz über einen Mittelsmann zukommen. Er rettet damit möglicherweise Alenas Leben, bleibt aber öffentlich der Kronprinz, in dessen Namen die Armee handelt.

Oren verweigert den Angriff. Er ruft sich nicht zum König aus und stellt die Dynastie nicht infrage. Seine Erklärung ist bewusst eng: Er werde keinen rechtswidrigen Befehl ausführen, der seine Verlobte, unschuldige Bürger und die Archive des Reiches bedrohe. Diese Begrenzung hält zögernde Häuser davon ab, ihn sofort als Usurpator abzulehnen.

Der Wendepunkt

Bis hierhin lässt sich die Krise theoretisch noch verhandeln. Mit der Befehlsverweigerung wird Oren juristisch angreifbar; mit einem Angriff auf Oxford wird die Krone politisch angreifbar. Beide Seiten betreten einen Raum, aus dem ein gesichtswahrender Rückzug kaum noch möglich ist.

Der Pfeil

Edran entsendet zunächst nur eine begrenzte Truppe, die Tore und Archivzugänge sichern soll. Maela oder ihre härtesten Ratgeber versehen einzelne Befehlshaber mit weitergehenden Anweisungen. Dadurch marschieren Männer mit unterschiedlichen Vorstellungen davon, was erlaubt ist.

Am Stadttor treffen königliche Soldaten, Archivwächter, Stadtmiliz und eine wachsende Menge von Bürgern aufeinander. Ein Befehl wird missverstanden, ein Torflügel bewegt sich, jemand glaubt an einen Ausfall. Dann fällt ein Pfeil.

Mehrere Menschen sterben. Oxford schließt seine Tore. Die Krone erklärt die Stadt für aufrührerisch und Oren zum Verräter. Bärenwacht ruft seine Gefolgsleute nicht zur Eroberung der Krone, sondern zum Schutz Orens und Oxfords. Der Bürgerkrieg beginnt ohne förmliche Kriegserklärung.

Kronentreue Chronisten nennen den Pfeil einen geplanten Oxforder Mordanschlag. Oxforder Quellen sprechen von einem nervösen königlichen Bogenschützen. Eine dritte Überlieferung behauptet, ein unbekannter Provokateur habe beide Seiten zum Kampf zwingen wollen.

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