Königsland-Chroniken › Ereignisse
Der königliche Winterball
- Zeit
- 395, drittes Winterjahr
- Ort
- ein großer königlicher Ball
- Beteiligte
- Oren, Alena, Leomar
Ihre Begegnung ist weder arrangiert noch als Bündnisgespräch geplant. Beide suchen für einen Augenblick Abstand vom höfischen Schauspiel: Oren, weil er wenig Freude daran hat, als Bärenerbe bestaunt zu werden; Alena, weil sie die gelehrten Fragen der Höflinge meist interessanter findet als deren Antworten.
Sie merken schnell, dass sie auf ähnliche Weise beobachten. Oren beeindruckt Alena nicht mit Heldengeschichten, sondern durch seine Fähigkeit, die eigene Bedeutung herunterzuspielen. Alena behandelt ihn weder wie eine Waffe des Reiches noch wie einen möglichen Prinzen.
Der zweite Abend
Den späteren Teil des Abends verbringt Leomar mit Oren. Sie trinken, scherzen über besonders aufdringliche Speichellecker und lassen erkennen, dass zwischen ihnen eine echte, wenn auch nicht brüderliche Freundschaft besteht. Leomar kennt Oren nicht als Rivalen, sondern als angenehmen Gefährten, der ihm nie das Gefühl gibt, sich beweisen zu müssen.
Warum das zählt
Die Freundschaft mit Leomar und die Liebe zu Alena entstehen vor jeder Thronfrage. Dadurch kann später niemand glaubwürdig behaupten, Oren habe jahrelang gezielt eine königliche Allianz aufgebaut – auch wenn seine Gegner genau dies behaupten werden.
Spätere Liebeslieder machen aus dem ersten Gespräch eine Vorherbestimmung. Nüchternere Chronisten berichten lediglich, Oren habe Alena noch vor Mitternacht zum zweiten Mal zum Tanz aufgefordert.
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